background-position="" center="" background-attachment="" fixed="">
27. Mai
Am Sonntag sollst du Ruhn!

Sie ruhe und wie sie ruhe, sagt Häxli.
Die letzten zwei Tage hätten ihr eines klar gemacht: sie werde älter.
Ihr Körper halte nicht mehr immer zwingend mit ihrem Geist mit.
Nachdem er jetzt  jahrzehntelang  brav mitgemacht und Pflichten erfüllt hätte,
alle ihre Ideen und Hirnfürze klaglos und speditiv ausführte,
selten verstimmt reagierte, beginne er jetzt zu murren.

Also nicht dass sie ihn jetzt als Verräter bezeichnen würde,
nein das wäre unsagbar undankbar, sagt Häxli, schliesslich trage er sie jetzt
schon mehr als ein halbes Jahrhundert über diesen Planeten.
Er habe einiges ertragen, streikte selten und hätte ihr nie wirklich grossen Kummer bereitet.
Und dafür sei sie unendlich dankbar!!
Aber jetzt wäre es wohl an der Zeit, dass sich ihr Körper auf sich selber besinne,
und einfach aus reinem Selbstschutz diesem verrückten "Ich" Grenzen setze.

Aber was war denn eigentlich passiert?
Also da war doch diese Häxli -Idee aus dem Schattenplatz unter dem Apfelbaum
einen "französischen" Garten zu machen.
Ein Plätzchen am Schatten zum Sitzen, sich Wohlfühlen und sich vielleicht ab und zu einen Pastis zu gönnen.
Sich ganz französisch dem "laisser faire" hinzugeben, war bei dem vorhandenen
Platz  nicht möglich, weil es einfach nur ein spärlich bewachsener Acker war.
So, jetzt gibt es in Häxli's Zaubergarten allerdings schon mehrere Plätzchen
zum Sitzen und sich Wohlfühlen, einfach keine französischen ...

Und wenn Häxli eine Idee in die Tat umsetzen will, spielt Raum und Zeit keine Rolle,
dann muss das sein,  jetzt und sofort und am besten schon fertig.
Und Freitagabend gegen halb acht, nach einem arbeitsreichen Tag,
kam die Idee französischer Garten: go!!
Häxli in die Hosen, bewehrt mit Spaten und Hacke, umstechen, Steine schleppen,
Schubkarren mit Juramergel voll schaufeln, hinkarren, verteilen...
und dann um halb zehn... noch ist es nicht ganz dunkel, weitermachen wäre möglich...
der Körper: STOPP!! ich mag und will nicht mehr!
der Geist: ich sag wann Schluss ist!
der Körper: genau jetzt...

Ja und dann sei sie, Häxli, ziemlich erschüttert da gestanden und hätte
Grenzen gespürt die sie so noch nicht kannte.
Sie hätte ihrem Körper gesagt:
Ok. Kumpel, morgen ist auch noch ein Tag!
Dann hätten sie einträchtig zusammnen ein, zwei Feierabendbierchen genossen
und sich über den zukünftigen "französichen" Garten gefreut.


Mittlerweile fertig! Irgendwann dann noch ein bisschen mehr Tüdeldüü dazu....








6. April

Juchuuuuhhhh ... es ist Frühling!!!
Die Gartencenter sind voller Frühlingsblumen, im Garten blühen
die Primeln und Narzissen.
Aber im Zaubergarten siehts statt nach Frühling eher trostlos aus.
Häxli ist im RÜCKSTAND!!

Noch sind nicht einmal alle Rosen zurückgeschnitten, überall noch
verdorrtes und braunes Gestrüpp.
Ach ... seufzt Häxli... mir läuft die Zeit davon...
entweder passte das Wetter nicht, oder sie hatte sonst alle Hände voll
zu tun. Und als letzthin mal das Wetter stimmte und sie Zeit gehabt hätte,
fiel ihr ein, dass sie sich schon länger an einem Blumenbeet im
Garten störte, und dass dieses Beet jetzt ganz dringend einer Neugestaltung bedürfe.

Herr Häxli's Einwand, ob nicht doch erst das vordergründig Wichtige
erledigt werden sollte, tat Häxli mit "ach das geht doch ganz schnell" ab.
Was es natürlich mitnichten tat, weil Häxli umgrub und ausgrub,
und Steine schleppte und als Trittplatten versetzte, und umsetzte,
und hin und her überlegte, sodass es Abend wurde, Häxli's Rücken
schmerzte, sie so müde war, dass sie sich auf's Sofa legte und feierlich schwor,
im ganzen Leben keinen Finger mehr zu rühren.

Der Schwur hielt bis zum nächsten Morgen.
Kaum in den Schlappen eilte sie zum Gärtner und besorgte
Polsterpflanzen, die sie dann allerdings nicht mehr einpflanzen konnte,
weil mittlerweilen das Wetter wieder schlecht  geworden war.
Häxli schimpfte, fuchtelte mit den Fäusten und rief:
ICH KANN WARTEN!!! ,
sie legte sich auf die Lauer, und als es dann tatsächlich kurzzeitig aufhörte zu regnen,
stürmte sie in den Garten und grub ihre Pölsterli ein.

So und jetzt hat sie ein neues Blumenbeet,
mit einem WEISSEN (*Fehlkauf! aber macht nix*) Rosenbogen,
mit Trittsteinen, die irgendwann - so denn Häxli's Planung aufgeht -
von Pölsterli dekorativ umrahmt sein werden.
Ach, wird das schön werden, schwärmt Häxli, und duftig,
weil eine Kletterrose den Rosenbogen umrankt.

So und jetzt wird das kommende Wochenende mit sonnigem
Wetter gesegnet sein. Häxli wird sich wieder in den Zaubergarten begeben,
und endlich klarschiff machen.
Allerdings liegen da immer noch ein paar Steine herum,
und eigentlich wollte sie schon lange mal so ein Mäuerchen,
am liebsten mit einem Fenster.... also eher so eine Art Ruine...
aber dafür reichen die Steine dann allerdings doch nicht...





24. Januar
Astrologisch gesehen gehöre sie, Häxli, zu den Abräumern 2018!
Jupiter und Neptun sei Dank! Sogar der Saturn stehe für die Fischlein förderlich,
triumphiert  Häxli, die von Astrologie in etwa gleichviel versteht wie eine Erbse.
Also grad alles könne sie nun auch nicht wissen, murrt Häxli,
 sie wäre des Lesens mächtig, und in jedem Horoskop das ihr zwischen die Finger gerate,
sei sie nun eben bei den Gewinnern, das könne man drehen und wenden wie man wolle,
"Fish are the champions my friend..." krächzt Häxli (weil singen kann sie leider auch nicht!).

Soweit sie sich erinnern könne, wurde ihr 1991 das letzte mal so ein hammermässiges Jahr
vorausgesagt, und was geschah? Also, sie habe zumindest das Jahr 1991 ohne nenneswerte Schäden überlebt
und 27 weitere Jahre dazu, und das sei nun auch nicht nichts.
Aber diesmal komme alles ganz anders, noch besser, noch grösser, noch grandioser...
da werde ihr doch tatsächlich prophezeit, dass die ganz grossen Träume wahr werden!

Haa! Wusst ich's doch
! kreischt Häxli!
Ich hab's euch IMMER und IMMER  wieder gesagt: träumt die Träume gross genug!
Stellt euch mal vor, ihr wärt eines dieser Glücksfischlein und hättet nur so kleine,
mickrige Träume geträumt, was wär dann? Nix und dreimal nix, denn von
Träumlein ist nicht die Rede. Die ganz grossen sind's, die erfüllt werden!
So da ständet ihr nun mit euren Träumeleins, vollkommen unvorbereitet und überrumpelt.
 Leer würdet ihr ausgehen. Wie blöd wär das denn?! 

Dann stehen da noch so Sachen wie: Saturn rede einem ein, dass Ideen an Magie verlören,
wenn man sie nicht schnell genug umsetze... und in der Ruhe liege die Kraft...
Ja aber das ist doch so, das mit der Magie! sagt Häxli. Idee --> Tat! Punkt. So gehe das. Langes herumeiern,
hin und her wälzen, studieren und überlegen, womöglich noch zaudern, soll ich? soll ich nicht? soll ich?...
Magie ist weg! Power ist weg! Idee futsch!

Das mit der Ruhe stimme natürlich schon auch. Wenn dann alles zu hektisch werde,
runterschalten und ooohhhmmmm durchschnaufen ooohhhmmm.... und weiter.
Es gab da allerdings schon auch ein bissel unausgegorene Ideen, räumt Häxli ein,
aber dann entstand meistens trotzdem etwas daraus.
Und wenn es nur ein Fehler war aus dem sie lernte.

Weiter im Horoskop,
denn da war auch noch der Uranus, dieser Rebell, der rät:
"Seien Sie aufmümpfig!"
Uiii! kichert Häxli, da werden sich ein paar im Häuschen aber freuen....




  

19. Januar

Seit ein paar Wochen steht im Hexen-Trollhaus-Häuschen (kurz Häuschen) ein "Schlossspiegel", der so gross ist,
dass Häxli eigentlich keinen Platz  für ihn hat,
zumindest im Moment nicht. Und trotzdem, er musste  einfach sein. 
Denn Fips und Fuselchen lagen ihr schon eine ganze Weile in den Ohren,
dass die Wohnsituation im Häuschen eigentlich unter ihrer Würde sei, schliesslich stehe
ihnen als hochwohlgeborene Königliche Hoheiten von Standes wegen 
ein Mindestmass an Opulenz  zu. Geringstenfalls wäre das ein anständiger Spiegel
von einer gewissen Grösse,
- unerlässlich beim Krönchenrichten -
und nicht dieses unsäglich kleine, blinde Element, welches man hier Spiegel nenne.

Die Trolle feixten natürlich ob diesen Ansprüchen, die königlichen Schnecken
hatten nur ein Kopfschütteln übrig, meinten gar, Fips und Fuselchen brächten
den königlichen Stand wegen ihrer Habgier in Verruf,
die Elfen wollten gar nichts mit dem Spiegel zu tun haben,
weil man nicht wisse, wen oder was dieser Spiegel schon gesehen habe,
und wer oder was jetzt in diesem  Spiegel stecke.
Nur die Hexen zeigten Verständnis, stellten allerdings auch klar,
dass sie nicht auf Häxli's Kauf angewiesen wären,
denn schliesslich könnten sie sich jederzeit so einen Spiegel selber herbeizaubern,
was Häxli selber ja immer noch nicht kann, und deshalb auf ihre Talerchen angewiesen ist....

Huch, wie ihr seht wirbelte dieser Spiegel im Häuschen mehr Staub auf als der Tagebuchdeckel.
Häxli liess sich durch diese Wirblerei allerdings nicht aus der Ruhe bringen
und begann über Geschichte und Bedeutung  von Spiegeln zu dozieren.
Zum Schluss erklärte sie, dass für sie das Spannende am Spiegel
natürlich die Vorstellung sei, durch den Spiegel hinduch zu schlüpfen
um in eine ganz andere Welt  einzutauchen.

Bei der Grösse dieses Spiegels sollte das auch für Häxli kein Problem sein.














16. Januar 2018

Herrgott wie doch die Zeit vergeht...

... murmelt Häxli, und bläst den Staub vom Tagebuchdeckel.
Kaum den Stift zur Seite gelegt und schon ist wieder ein Jahr um,
nein gar mehr als ein Jahr, vierzehn Monate...
Das Tagebuch, welches Häxli mal so wichtig war, sträflich vernachlässigt,
nix mehr rein geschrieben, das Leben ging auch so weiter.

Aber jetzt liebes Tagebuch werd ich dir wieder ein bisschen meiner Zeit widmen,
verspricht Häxli,
ich nutze den Schwung des neuen Jahres und werde deine leeren Seiten
mit Leben, Ideen, Spinnereien und Ansichten füllen. Lass mich nur noch schnell
den Bleistift spitzen, dann fang ich an. Und sieh es mir bitte nach,
wenn der Anfang ein bisschen holprig wird,
vierzehn Monate sind eine ganze Weile, da kann man schon aus der Übung kommen.

Wo fang ich an...? Mhhh....am besten am Anfang,
beim Januar oder auch Jänner. Benannt nach dem römischen Gott Janus,
das ist der mit den zwei Gesichtern. 
Herr über Schlüssel und Pforten, über Beginn und Ende.
Mit einem Gesicht schaut er in die Vergangenheit mit dem andern in die Zukunft.

Somit die perfekte Besetzung für den Januar, nicht wahr...!
Das alte Jahr noch nicht ganz weg und im Neuen noch nicht ganz angekommen.
Irgendwie herrscht Aufbruchsstimmung, Neues scheint möglich,
will in Angriff genommen werden, darum auch die ... ich sag mal Unsitte...
mit den Vorsätzen, die häufig stressen und nur selten konstant umgesetzt werden.
Und Altes? Passt vielleicht nicht mehr, darf aussortiert werden.

Ja und genau hier stehe ich jetzt, liebes Tagebuch, wie jedes Jahr um diese Zeit.
Es wird gerümpelt im Hexenhäuschen. Weg mit dem was nicht mehr passt,
was rumsteht, Platz und Energie frisst .
Aussortieren was seit Jahren nicht mehr benutzt, ja nicht einmal mehr wahrgenommen  wird,
und dann sofort weg bringen.
Denn sonst beginnt das Rücksortieren!
Das: "nein das könnt ich vielleicht doch noch brauchen".

Ist dem lieben Häxli schon passiert. Des Öfteren sogar.
Zum Wegbringen Bereitgestelltes wurde liebevoll wieder ausgepackt
und in den Schrank zurück gestopft, wieder ins Regal gestellt,
wo es weitere Jahre vor sich hin vergessen wurde oder verstaubte.
Bis es Häxli Jahre später dann endgültig entsorgte.

So und wie die garstige Evi* übers Land fegt,
wird jetzt Häxli durch Schränke und Zimmer fegen,
und während Evi vermutlich Chaos und Durcheinander anrichtet,
wird Häxli hoffentlich Ordnung und Klarheit schaffen.

*Wintersturm Evi








Hier geht's zu den alten Tagebücher!





Home