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Nachdem Häxli hier jahrelang über ihren Alltag schwadroniert hatte, war 2014 dann Schluss.
Nicht, dass sie nichts mehr erlebt, oder getan hätte, sagt Häxli,
aber ihre Tage seien irgendwie plötzlich so voll gewesen,

und ja eigentlich wiederhole sich ja so vieles...

Später kam dann noch ein Häxli - Enkelkind dazu... (mittlerweile sind's zwei!),
da habe es Wichtigeres zu tun gegeben, als
Tagebuch zu schreiben.
Es musste gekuschelt und Geschichten erzählt und ganz viel Glace gegessen werden...
und wer schreibe schon Tagebuch, wenn man mit Enkelchen kuscheln und Glace essen könne...?

Aber jetzt tauchte da plötzlich dieses giftige C auf, und sie sei eine Teilzeitarbeitslose,
der Zaubergarten liege in tiefem Winterschlaf, und wolle in Ruhe gelassen werden,
sie renne zwar im Wald herum... also rennen im Sinne von gehen,
aber nicht spazieren, sondern schnelles gehen, allerdings auch nicht joggen, da würden ihre Knie knirschen,
ja und das Häuschen müsse schon einigermassen reinlich sein, aber übertreiben möge sie eben auch nicht,
 in der Zauberei beabsichtige sie auch wieder vermehrt zu üben,
aber den ganzen Tag putzen und bügeln und üben, für wen sei das schon erstrebenswert.

Und dann habe sie sich des Tagebuchs erinnert... und da gedenke sie jetzt
wieder häufiger dreinzuschreiben... also zumindest habe sie sich das so vorgenommen.
Aber was mit  Vorsätzen so passieren könne, wisse wohl auch jeder,
 der schon mal einen Vorsatz hatte. Die könnten nämlich ganz plötzlich kränkeln
oder sich in Luft auflösen, und dann stehe man dann da, und alles sei wieder beim Alten.

Also jedenfalls, solange der Vorsatz nicht kränkle oder sich gar aus dem Staub mache, schreibe sie jetzt
ab und zu wieder Tagebuch, respektive erzähle Märchen oder Geschichten.
 Selten Tatsachen, möglichst keine Lügen, selbige würde sie dann mit *Sternchen Tatsache
oder *Sternchen Lüge  deklarieren.



Also dann:

Liebes Tagebuch, heute war...
.
6.Juni
Portaltag
Gestern war ein Portaltag. Die Türen und Tore zur geistigen Welt
sind einfacher zu passieren, das sagt der Maya- Kalender.

Portaltage haben eine hohe Schwingung und besondere kosmische Einflüsse.
Der Einfluss auf die Menschen kann sehr vielschichtig sein.
Vom Energieschub bis zu Müdigkeit und Lustlosigkeit,
 Kopfweh, Schlafstörungen. Sie können aber auch emotional fordernd sein.
Es kann zu einem Gefühlsdurcheinander kommen, oder
alte, schmerzhafte Themen werden hochgespült.

Jedenfalls eignen sich die Portaltage für die Innenschau und für die Meditation,
denn die Schleier zur geistigen Welt sind sehr dünn.
Ein bisschen Achtsamkeit in diesen Tagen und
auf die innere Stimme hören, ist angesagt.

Weitere Portaltage 2021

Juni: 05./ 08./ 16./ 21./ 24./ 29.

Juli: 05./ 12./ 13./ 20./ 24.

Aug: 10./12./31.
Sept: 1./20./22.
Okt: 9./13./20./21./28.
Nov: 3./.8./11./16./24./27.
Dez: 2./5./15./16./17./18./19./20./21./22./23./24

Ach ein Portaltag war das gestern, sagt Häxli. Also der habe ihr nur
eine nicht mehr schliessende Schublade, eine verklemmte Store und
Bruch im Atelier bescherrt. Und müd sei sie sowiso schon,
weil sie nach Vollmond immer schlecht schlafe.
Was aber nicht heisse, dass sie Türen, Tore und Portale nicht faszinierend fände.
So sage man doch: wenn sich eine Türe schliesst, gehe eine andere auf.

Sie erinnere sich an den ersten Narnia Film, wo Kinder durch eine grosse Schranktüre
in die Parallelwelt Narnia fänden. Wie ein Kind sei sie im Kinosessel gesessen,
völlig hingerissen, total geflasht,
und am liebsten hätte sie auch so einen Schrank besessen.

Überhaupt Türen und Tore im Märchen.
Meist seien sie verschlossen, verboten oder aber rechtsprechend,
so wie bei Frau Holle, wo die faule Tochter mit Pech übergossen werde.
Und immer bedeuteten Türen einen Übergang, räumlich wie seelisch.

Aber nicht nur im Märchen auch im Volksglauben spielten Türen oder auch
Schwellen eine Rolle. Wer kennt nicht den Brauch von der Braut,
die vom Bräutigamm über die Schwelle getragen wird?

Auch vermuteten unsere Vorfahren, dass verschiedene Geister
in der Türschwelle wohnten, die man mit kleinen Ritualen,
Geschenken oder Glücksbringern besänftigte. Das Hufeisen
sieht man gelegentlich heutzutags noch.

Oder das C+ M+ B, das im neuen Jahr von den Sternsinger über die Türe gemalt wird.
Für die einen sind es die Anfangsbuchstaben der Hl. Drei Könige,
Caspar, Melchior und Balthasar,
häufiger aber wird es als der christliche Segensspruch:
Christus Mansionem Benedicat, „Christus segne dieses Haus“, gedeutet.

Auch sie habe Erlebnisse mit Türen gehabt, sagt Häxli,
oder viel mehr mit Türchen. Als Kinder hätten sie immer einen Adventskalender
mit 24 Türchen bekommen. Der sei wundervoll illustriert gewesen, mit
 Engelein und Tannenbäumchen, alles ganz weihnachtlich,
mit ganz viel Glitzer und voller Geheimnissen hinter den Türchen.
Das geheimnisvollste war natürlich das grösste, das vierundzwanzigste.

Nun was solle sie sagen, der Gwunder sei zu gross und die Verleimung zu schlecht
gewesen. Schlussendlich habe ihr aber das schlechte Gewissen
die Freude am Wissen verdorben.

Und eine Geschichte über Türen sei ihr auch noch in Erinnerung geblieben.
Da wurde der Tochter eines berühmten Mannes in einem  Interview gesagt:
Mit ihrem Namen standen Ihnen doch sowiso alle Türen offen.
Ja, sagte die junge Frau, aber hindurchgehen musste ich selber.




Die vielen Portale in Häxlis Zaubergarten....




19. April
Schwendtag
* Tatsache
Heute ist wieder so einer, so ein Schwendtag, sagt Häxli zu ihrer Zauberfee und schlürft genüsslich den Morgenkaffee. Wir werden heute nichts anpflanzen, aber jäten geht.

Die kleine Zauberfee wartet ungeduldig bis die Tasse fast leer wird, denn der kleine Rest gehört ihr.
Hab ich dir schon von diesen Tagen erzählt? Nein?

Also diese Chaostage kannten schon die alten Römer. Sie nannten sie "dis atri",
schwarze Tage, Unglückstage.
Julius Cäsar wurde an einem Schwendtag im März ermordet.

An solchen Tagen solle man nicht Reisen,
Heiraten, Verträge unterzeichnen oder Neues beginnen, denn all
dies würde nicht gut enden, hiess es.
Diese Tage kehren alljährlich am selben Datum wieder, egal, ob Schaltjahr oder nicht.
Der einzige Monat der keinen Schwendtag hat ist der Dezember.
Schön nicht, meine liebe Fee, einer unser ganz lieben Monate ist Schwend frei.

Nun gut sagt Häxli, mittlerweile schlürft Fee am Kaffee,
alles Negative hat auch etwas Positives.
Denn es heisst auch:
Alles was man gerne los werden will, geht einfacher an diesen Tagen.
Eben jäten oder ausmisten, das Haus energetisch reinigen,
alte, unlieb gewordene Gewohnheiten loslassen,
ja sogar Menschen kann man loslassen, der Kummer würde sich in Grenzen halten.

Dumm jetzt, seufzt Häxli, dass ich heute keine Lust zum Ausmisten habe,
denn nötig wäre es. Kräuter kaufen gehen macht auch keinen Sinn,
denn einpflanzen dürfen wir sie heute nicht, sie würden nicht gedeihen.

Komm wir trinken noch einen Kaffee, dann fällt uns vielleicht ein,
was wir loswerden wollen.


Heutzutage sind die Schwendtage ziemlich in Vergessenheit geraten.
Für alle Interessierten hier die Liste:

Januar: 2., 3., 4., 18.
Februar: 3., 6., 8., 16.
März: 13., 14., 15., 29.
April: 19.
Mai: 3., 10., 22., 25.
Juni: 17., 30.
Juli: 19., 22., 28.
August: 1., 17., 21., 22., 29.
September: 21., 22., 23., 24., 25., 26., 27., 28.
Oktober: 3., 6., 11.
November: 12.
Dezember: keiner
6. April
Nochmals Winter + Schnee
Da hat sich doch der Frühling glatt einen Scherz erlaubt. Hat sich ein leichtes Winterkleidchen angezogen und mit ein wenig Schnee und kalten Temperaturen einen auf Winter gemacht.
Anders kann es nicht sein, sagt Häxli, denn der Winter sei vor etwas mehr als zwei Wochen gegangen. Er weiss, was sich gehört, seine Zeit war abgelaufen, also hat er dem Frühling Platz gemacht.
Das Alte geht, das Neue kommt. So ist das im Leben, so ist das in der Natur. Viel Neues wird zur Zeit prophezeit, alles ist im Wandel, heisst es. Häxli ist gespannt, sagt sie, aber viel spüre sie an sich selber davon noch nicht. Vielleicht eine gewisse Lust auf Neues, aber das habe sie immer zu Anfang eines neuen Jahres, und manchmal auch zwischen zwei neuen Jahren, aber mehr sei nicht.
Ihren Zaubergarten habe sie ein bisschen neu gemacht, eine neue alte Bank ergattert, wieder mit dem Malen angefangen, also Bilder, nicht Wände. Wände malte sie letztes Jahr in der C-Zwangspause an, dieses Jahr seien es Leinwände. Und weil es nicht absehbar sei, wann diese C-Zwangspause vorbei sei, werde sie die Zeit nutzen, und etwas Neues lernen.
Wenn sie jetzt nochmals so darüber nachdenke, sei also doch etwas Neues am entstehen, am dazukommen, und das sei doch gut so.
Denn wie sagte schon Hermann Hesse:
"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
der uns beschützt und der uns hilft zu leben."
Aber heute freue sie sich nochmals am bisschen Schnee und der kalten Luft, die ihr den Kopf freipuste. Denn der Frühling wird sein Winterkleidchen bestimmt bald ablegen, und dann wird es Häxli schon bald wieder viel zu warm.
14. März
Noch eine Woche bis zum "offiziellen" Frühlingsstart
So, nachdem der Zaubergarten frühlingsbereit ist, kann es Häxli kaum erwarten,
die leeren Beete mit Pflanzen zu füllen.
Sie wisse natürlich, dass es für vieles noch viel zu früh im Jahr sei.
Trotzdem, mal beim Kräutergärtner vorbeischauen könne ja nicht schaden.
Mit langer Liste und Kisten für den Heimtransport bepackt, fährt Häxli bei selbigen vorbei,
und findet halbleere bis leere Treibhäuser. Ein paar Kräuter sind erhältlich,
das heisst, Töpfe mit verdorrten Resten, einige Kräutlein schlafen noch tief im Wurzelstock,
nur ein paar wenige strecken zaghaft das erste Grün hervor.

Nur ein bisschen enttäuscht... aber natürlich selber Schuld... macht sich Häxli auf den Heimweg.
Vier Töpfchen hat sie erstanden. 
Vier Töpfchen mit ein bisschen spriessendem Grün,
dafür nicht angeschrieben.
Denn so richtig mit Kundschaft rechnet man erst ab April.
Und nur weil Häxli und der Zaubergarten für die Bepflanzung bereit sind,
muss es die Natur und der Kräutergärtner noch lange nicht sein.

Das ist also der Salbei, das ist leicht, und das da der Wermuth, das sagte der Gärtner,
 und das da... ?
Ja was ist denn das da schon wieder? Beifuss wollte Häxli noch und Rainfarn...
also Rainfarn war dabei, da ist sie sich sicher, aber welches ist denn jetzt der Rainfarn...
und war das andere jetzt der Beifuss oder zum Teufel was denn....
Wenn man nicht alles selber macht, schimpft Häxli und holt ihr
Kräuterbuch. Sehr klug und detailliert ist es, allerdings was da in den Wurzeln schläft,
darüber sagt auch dieses Buch nichts aus.

Energisch gräbt Häxli die schlafenden Persönchen ein, und murrt:
"Macht es euch nur noch nicht zu bequem, denn es kann gut sein, dass ihr wieder
umziehen müsst. Schliesslich soll dieser Zaubergarten ein bisschen ordentlicher
und struktuieter werden als der Alte."

Also liebes Häxli, da liegt wohl noch so einiges im Argen.
Du wolltest doch mit mehr Bedacht anpflanzen und
dich sensitiv auf deine Pflanzen einlassen.

Tja, das würde ich ja gerne, wenn ich wüsste, mit wem ich's zu tun habe....

1. März
Meteorologischer Frühlingsanfang

Häxli hat alle Hände voll zu tun. Der Zaubergarten erwacht jetzt tagtäglich mehr.
Höchste Zeit also Stauden und Sträucher zurück zuschneiden und zu teilen.
Und dieses Jahr soll vieles ein bisschen anders werden.
Die Sache sei ja die, da habe sie jahrelang zugesehen, wie gewisse
Stauden sich immer mehr Platz im Zaubergarten eroberten,
andere verdrängten oder gar vertrieben.
Der Boden sei so stark verwurzelt, dass keine Hacke mehr etwas ausrichten könne.
Kaum wurden die Tage jetzt also wärmer, stürmte Häxli in den Zaubergarten und rief
lautstark: "So, fertig, aus die Maus... alle Rhizomflegel fliegen jetzt raus!"
(Mit funktionierenden Zaubersprüchen tut Häxli sich immer noch etwas schwer!)
Ihr habt euch lange genug auf Kosten der stilleren, bescheideneren Pflanzen
breit gemacht, jetzt ist Schluss. Ihr seht vielleicht schön aus, aber taugen
tut ihr eigentlich zu nichts, und darum passt ihr jetzt nicht mehr in meinen
Zaubergarten.

Leider, sagt Häxli,
hätten sich diese beleidigten Leberwürste nicht 
etwa freiwillig auf und davon gemacht.

Nein, mit Spaten und Grabgabel habe sie
tatkräftig nachhelfen müssen. Kübelweise schleppte sie diese sich stark
wehrenden Kerle aus dem Garten, und sie sei noch nicht
einmal fertig. Ihr Rücken zwar schon, aber diese Wucherlinge nicht.

Aber Häxli, warum lässt du dir denn nicht helfen? Uii nein, ruft Häxli entsetzt,
wo denkst du denn hin? Niemand könne das so wie sie es haben wolle,
das würde nur Ärger bringen. Vermutlich leide sie da ja an so einem Syndrom.
Heute gebe es ja für ganz vieles ein Syndrom.
Zappelphillip -Kinder
haben ein Syndrom, Einzelgänger haben ein Syndrom,
da dürfe sie doch mit ihrer "Mach ich lieber selber" Einstellung
 auch ein Syndrom haben. Das würde vieles erleichtern.
Sie müsste nicht begründen, warum sie keine Hilfe wolle,
niemand wäre gekränkt, wenn sie angebotene Hilfe ablehnte,
sie könnte einfach sagen: weisst du, ich hab' da dieses Syndrom...
man würde verständnisvoll mit dem Kopf nicken und sie in Ruhe lassen.
 
Ausserdem könne sie das ihren Pflanzen und Rosen niemals antun.
Sie nehme sich da immer ganz viel Zeit, und frage beispielsweise jede Rosen, was sie
hergeben könne und wolle. Sie säble nicht einfach wild drauflos,
und die Rose müsse dann mit einem Verschnitt weiterleben.

Und dieses Jahr, wo der Zaubergarten ein "Make over" bekäme,
ginge das sowiso grad gar nicht.
Ein paar ganz starke Pflanzenpersönlichkeiten wolle
sie in ihren Zaubergarten einladen. Und da wisse sie halt schon am
besten selbst (Achtung Syndrom!), was für welche das seien.
Und schlussendlich sei es von immenser Bedeutung,
 etwaigen neuen Rhizomflegeln Grenzen zu setzen.

Denn sonst stehe sie in ein paar Jahren wieder am genau gleichen Punkt wie heute.
Ihr Rücken werde auch nicht jünger, und solche Syndrome wie ihres,
seien Gott gegeben und nur schwerlich heilbar.
Und mal ganz ehrlich, diese ganze Zauberei Geschichte,
ob sie die jemals wirklich beherrsche?
Vielleicht im nächsten Leben, dafür mit ohne Syndrom....


31. Januar 2021
* Tatsache
Februar - Imbolc - Lichtmess
+ Häxli's Geburts-Monat

*Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit;
ist es aber klar und hell,
kommt der Lenz wohl nicht so schnell.*

Es ist ganz schön viel los im Februar, dem Monat mit den vielen Namen,
dem ein Tag zugunsten von August(us)* geklaut wurde. 

Seine Wildheit als Narrenmonat, als die Winterdämonen mit lautem Gebrüll und
lustigem Treiben vertrieben wurden, verlor er gegen Ende seiner Herrschaft an den Hunger.
Die zur Neige gehenden Nahrungsmittel, zu Zeiten,
als der Mensch noch Selbstversorger war, bescherten ihm den Namen Hungermonat.
Nicht umsonst beginnt die Fastenzeit im Februar, es war auch einfach nicht mehr viel da.
Da die Frauen für die Lebensmittel zuständig waren, widmete man ihnen den Monat Februar,
denn sie mussten dafür sorgen, dass das Wenige an Vorräten für die Sippe noch ausreichte.
So wurde der Februar auch Weibermonat genannt.

Unseren heutigen Kalender verdanken wir den Römern, er wurde von Julius Cäsar eingeführt.
Die meisten Monatsnamen gehen zurück auf römische Götter - Janus, Mars, Maia, Juno, 
zu Ehren von Kaisern (Julius, Augustus) und auf ihre Stellung im Jahreskreis, Septem, Okto,
Nonem und Decem.

Der heutige Name des Monats Februar kommt vom lateinischen "februare" und bedeutet "reinigen."
Die Römer machten daraus Februarius. Da bei den Römern das Jahr mit dem Monat
März begann, war der Februar der letzte Monat des Jahres. Und zum Jahresende wurde 
geräumt und gereinigt, Reinigungsopfer dargebracht und geräuchert.
Wie wir das heutzutags in den Raunächten zum Jahresende auch (wieder) tun.

Schon damals wie heute muss/te der Februar auch die Zeitrechnung aufräumen.
Denn damit das Kalenderjahr nicht aus den Fugen gerät, hängt man ihm einfach 
alle vier Jahre einen zusätzlichen Tag an.

Versuche die Monatsnamen einzudeutschen schlugen fehl. Karl der Grosse war der erste, der 
das um 800 herum versuchte. Ein weiterer Versuch 1927 scheiterte ebenso.

Demnach hiesse der Januar heute Eismond oder Hartung, weitere Monatsnamen wären:
Lenzmond, Heuet, Erntemond, Herbstmond, Weinmond, Nebelmond.
Der Februar ist der Monat in dem das Rotwild beginnt seine Hörner abzustossen, 
deshalb erhielt er den Namen Hornung. 

Hihi... jetzt habe sie wieder ganz schön weit ausgeholt, kichert Häxli,
aber gewissen Dingen gehe sie eben gerne auf den Grund.

Dabei war das jetzt erst der erste Teil.... 

Sitzt oder liegt ihr bequem? Habt ihr einen Tee oder ein Käffchen zur Seite?

... denn, Teil zwei folgt sogleich. 

Der Februar startet schon furios mit einem Jahreskreisfest, dem dritten im keltischen
Jahreskreis. Wie jetzt, das Dritte? 

Die Kelten unterteilten ihr Jahr in acht Teile.  Die 4 Sonnenwenden - die hohen Festtage-
und die Mondfeste: Samhain, Imbolc, Beltane und Lugnasad.
Das keltische Jahr begann mit Samhain, dem Mondfest am 1. November, 
darauf folgt die Wintersonnenwende, mit dem Sonnenfest -Jule, am 21.12.
Das Mondfest Imbolc ( -->RundumWaschung, spirituelle Reinigung) 
vom 1. auf den 2. Februar ist somit das dritte Jahreskreisfest.
Mit Imbolc war auch die Hälfte der dunklen Jahreszeit, die von Samhein bis Beltane dauerte,
vorbei. Die Tage wurden länger, das Licht, zu Jule neugeboren, kehrte zurück.

Die Druiden führten Reinigungsrituale durch und sprachen Zauberworte für das Wohl
der Mitmenschen. Sie luden magische Weidenstäbe mit guter Energie auf, diese Stäbe
schenkten sie den Hirten, auf dass sie immer zu nahrhaften Weiden geführt und vor
Naturgewalten bewahrt sein würden.
Ein weiterer Name für Imbolc ist Oimelc. Er steht für das Milchgeben der Mutterschafe,
denn schon bald werden sie die ersten Lämmer gebären. Und somit war Imbolc/ Oimelc
das grösste Hirtenfest der Kelten.

Zu Imbolc wurden mit Räuchern die Krankheitsdämonen vertrieben,
die sich in den, gegen die Kälte verrammelten Häuser, eingenistet hatten.
Feuer und Licht spielte eine wichtige Rolle. So wurden alle Kerzen im Haus für eine Weile
angezündet, um das Heim vor Unheil zu bewahren.

Maria Lichtmess geht auf dieses keltische Ritual zurück.
Noch heute werden in Kirchen zu Lichtmess Kerzen geweiht.

Wir, die wir heutzutags nicht mehr monatelang im Dunklen verbringen müssen,
können Imbolc trotzdem feiern, sagt Häxli. Wir dürfen uns auf das Erwachen der
Natur freuen, vielleicht finde sie in ihrem Zaubergarten sogar das erste Schneeglöckchen.
Auf jeden Fall führe sie eine Reinigungsräucherung durch, und
vertreibe damit all das, was jetzt wirklich gehen dürfe.
So dass das was kommen wolle, seinen Platz finde.




*
Als die Römer zu Ehren von Kaiser Augustus den sechsten Monat - das Jahr begann ja mit März - in August umbenannten, hatte dieser Monat nur 30 Tage. Um nicht hinter dem Vormonat mit 31 Tagen hinterherzuhinken, wurde der August auf 31 Tage verlängert. Diesen Tag nahm man dem Februar weg; auf diese Weise verkürzte sich der Februar von 29 auf 28 Tage. ( Quelle: festjahr.de)
11. Januar 2021
Geschenke...
Häxli ist häufig im Wald anzutreffen, wie sich das für Hexen nun mal so gehöre.
In erster Linie schaue sie ja nach ihren Lieblingsplätzen,
gucke, ob schon neue Keimlinge spriessen,
oder ob sich die Schwäne - nebst all den anderen Häxli-Lieblingstieren-
auch ein Häxli-Lieblingstier - wieder mal zeigten.

Und manchmal bekomme sie sogar ganz tolle Geschenke.
Öfters geschehe dies in Form von guten Ideen oder Inspirationen,
wobei sie Häxli schon wisse, dass "gut" von jedem anders
definiert werde.
Die eine finde gut, was für die andere nicht mal gut genug zum denken sei.

Die Geschenke heute aber waren richtige Schwergewichte,
also im übertragenen Sinne.
Gleich zwei Vogelfedern habe sie gefunden, sagt Häxli und fragt daraufhin nach,
ob sie schon mal von ihrer Vorliebe für Vogelfedern erzählt habe?

Wisst ihr,
flüstert Häxli, Federn sind Gaben und Zeichen der Götter und Naturwesen.
Denn die Feder als Teil des Vogels, der sich in himmlischen Gefilden bewege,
 fiele ja auch vom Himmel.
Bei den Römern schmückte man die Heiligtümer mit Federn.
Die Macht des Göttlichen mache die Feder auch zu einem Symbol der Macht
und des Mutes. Man denke da etwa an den Kopfschmuck der indianischen Völker.

Auch besässen viele Götter Vögel als Begleittiere.
Alsda wäre Odin mit seinen zwei Raben, Hugin und Munin.
Hugin, der Gedanke, der über alles nachdenkt was er sieht,
Munin, die Erinnerung, der sich an alles erinnert, was er gesehen hat.
 Athene hatte ihre Eule und Jupiter seinen Adler.


Die ägyptische Hieroglyphe für Wahrheit sei eine Feder, und
 
im christlichen Glauben stehe sie symbolisch für Frieden und Mystik,
für Bewusstheit und Licht. Also was glaubt ihr, warum Engel Flügel haben?

Und erst die Göttin Hulda, unsere liebe Frau Holle, die ihre
Decken ausschüttet, damit es auf der Erde schneit.
Die Federn werden in ihrer Leichtigkeit dem Luftelement zugeschrieben,
und dem Schnee gleichgesetzt, und so verteilt Hulda oder eben Frau Holle,
mit dem Schütteln der Decken ihren göttlichen Segen über das Land.


So, sagt Häxli, sie ihrerseits habe sich riesig über die Geschenke gefreut,
und sich für die Gaben angemessen bedankt. Natürlich müsse sie jetzt noch
nachforschen, was ihr diese Federn exakt zu sagen hätten. Da müsse man
auch vieles beachten und bedenken, damit man die für einen bestimmte
Information auch richtig deute.*

Ja, und den Schlüssel den sie auch noch gefunden habe,
den hätte sie auf's Fundbüro gebracht.
Denn nicht alles was man finde stehe einem auch zu.



*Natürlich gebe es ihrer Ansicht nach auch Vögel, die nur Sche...e von sich geben.
Die Lachmöwe sei so ein Beispiel. Da kämen ihr nur Toilettenhäuschen in den Sinn.
Nachdem ihr eine Möwe vor Jahren, beim Seehundebecken in Skansen,
 auf den Kopf gekackt hatte -und die machen RIESEN Haufen-
verbrachte sie eine ganze Weile in so einem
Toilettenhäuschen, bis sie wieder leutetauglich gewesen sei.
 Also über jene Message wolle sie gar nicht zu lange nachdenken,
das sei einfach nur ein Arschlochvogel gewesen.



6. Januar 2021

Feeee... wach auf, es hat geschneit....


Häxli ist hellwach und völlig aus dem Häuschen.

Normalerweise, also an Tagen ohne Schnee, schlurft sie in die Küche,
Fee bekommt ihr Futter, Häxli ein "Häferl", zwei, drei Kaffee, den sie schwesterlich
mit ihrer Zauberfee teilt, und dann ist sie wach.
Das sind die Tage im Jahr, an denen Häxli so alt ist, wie sie ist.

Aber heute, und an all den anderen Tagen mit Schnee,
ist Häxli
wieder Kind.
Schnell Fee, wir müssen in den Wald, unsere Zauberwünsche überbringen,
die allerletzte Raunacht ist gerade erst vorbei,
da kommen die Wünsche schon noch an, sagt sie.

Aber Häxli, du hast doch schon die 13 Raunachtswünsche gewünscht,
was willst du denn noch mehr?
Nun also, wünschen kann man nie genug, es könne ja sein,
dass alle himmlischen Wünscheerfüller gerade sehr
beschäftigt seien, und der Wunsch in der Warteschlaufe vergessen ginge,
oder dass der Wunsch gar nicht erst ankomme, und da sei es schon
von Vorteil, wenn der Wunsch mehr als einmal gewünscht werde.

Ausserdem eins, sei eine präziese Deklaration des Wunsches von äusserster
Wichtigkeit, ja sogar Match entscheidend, doziert Häxli.
Und sie rate ganz allgemein dazu gross zu wünschen,
denn bis der Wunsch wieder auf der Erde ankomme,
sei er automatisch wieder kleiner.

Ausserdem zwei, seien die Raunachtwünsche und die heutigen Wünsche
zwei verschiedene Paar Pantoffeln.
Die Rauhnachtwünsche übergebe man dem Feuer, damit der
aufsteigende Rauch sie zum Himmel trage.
Die heutigen Wünsche übergebe sie dem Schnee, der irgendwann
zu Wasser wird, das irgendwann versickert, und die Wünsche
so direkt der Mutter Erde übergäbe.

Wer die Wünsche schlussendlich erfülle, die himmlischen Wesen,
oder Mutter Erde mit ihren vielen Helfer, das könnten die
dann selber untereinander abmachen.
Sie, Häxli, habe dann jedenfalls ihr Bestes gegeben.
Jetzt müssten Fee und sie, Häxli, nur noch ganz fest daran glauben.
Mehr könne sie nicht tun, sagt Häxli, und stapft in Richtung Wald.







Seht ihr es auch? Frühmorgens, wenn über den Wäldern zarter Rauch aufsteigt, mögt ihr es
vielleicht für Nebelschwaden halten, die über die Bäume und Felder wabern.
Oder ihr denkt es sei Dunst, der vom feuchten Waldboden aufbricht
und sich mit den ersten Sonnenstrahlen verflüchtigen wird.
Doch, wenn ihr euch die Zeit nehmt und die Nase in die Luft streckt,
könnt ihr den zarten Holzfeuerduft riechen.
Diesen Geruch aus Urzeiten, der schon immer Heimkommen. Wärme,
Essen und Geborgenheit bedeutete.
Aber da ist noch etwas  ... würziges?
Richtig! Die Hexen sind am Süppchen kochen, oder ist es womöglich ein Zaubertrank?
Vielleicht bestellt von einem unglücklich Verliebten, dessen Werben aussichtslos war,
und der seine Angebetete nun mittels zauberhaftem Liebestrank zu erobern hofft.
Oder mag es gar die Order eines zänkischen Weibes sein,
die ihren vermeintlichen Widersachern Schaden zufügen will.
Bestenfalls kocht da im Feuertopf auch einfach das Mittagessen
für die Hexenkinderschar.
Was es auch sein mag, wir wissen es nicht, und niemand ist töricht genug,
die Hexen danach zu fragen.

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